Rückblick 2016

01.05.2016Schwarzwaldwanderung Triberg 2016
06.03.2016Frauentag 2016
17.02.2016Lese- und Gesprächsabend mit dem Chefarzt der Bruchsaler Frauenklinik, Jürgen Wacker

01.05.2016: Schwarzwaldwanderung Triberg 2016







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06.03.2016: Frauentag 2016



Irgendwohin oder nirgendwohin: Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen zum internationalen Frauentag

Der erste Frauentag in Deutschland datiert von 1911. Traditionelles Datum ist der 8. März. In der Gemeinde Pfinztal wird die Idee des internationalen Frauentags vom Kulturteff Kiebitz hochgehalten. Dort fand zum 21. Mal der „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ bereits am Sonntag statt. Nicht in der ursprünglichen Form, sondern in Kombination von Frühstücksbüfett und Kultur. Als steter Mitgestalter des Programms leistet die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) finztal ihren Beitrag. Unter dem Titel„Irgendwohin oder nirgendwohin - Bleiben oder Fliehen – Wege in ein friedliches Leben“, überschrieben schilderten Elisabeth Ehrler, Sonja Holatka, Angelika und Sina Konstandin sowie Ursula Zobel an drei authentischen Beispielen von Amina aus Afghanistan, Melin und Samara (beide aus Syrien) und ihren Familien deren Erlebnisse einer Fluchtodyssee. Sie alle, Erwachsene und Kinder, leben derzeit in der Gemeinschaftsunterkunft in Berghausen oder in der Anschlussunterbringung in Kleinsteinbach. Der Ansatz des AsF-Frauen-Quintetts: „Wir befinden uns in einem nicht endenden Kampf von Frieden und Friedenserhalt gegen – Korruption, Machtgelüste, Gier, Hetze, Neid und Hass. Wir führen einen Kampf für mehr Toleranz und Bildung im Kleinen wie im Großen.“

Beim unterhaltsamen Teil der Veranstaltung hat Helga Flädle geborene Griebenschmalz Sorgen anderer Art. Sie möchte ihren 51. Geburtstag im Pfinztaldorf feiern. Die Schauspielerin Renate Großmann, Mitglied beim Galli-Theater in Backnang, schlüpfte in ihrem Kabarettprogramm in die Kunstfigur Helga Flädle. In Baden, 99 Kilometer von Zuhause,  trifft sie die Vorbereitungen auf das Familienfest . Das Soloprogramm spielt in der Kulisse einer guten schwäbischen Stube. Als Ehefrau von Alfred, Hausfrau und Mutter von Hartmut, Jakob und Melanie, erlebt sie in „Mutter ist die Beste – verwelkt aber nicht verblüht“, das volle Programm. Nichts überlässt sie dem Zufall. Aber keiner kommt pünktlich oder lässt sich überhaupt beim Brunch sehen. Alfred setzte sich mit seiner Sekretärin ab, Hartmut ist in der Psychatrie, Jakob auf Spritztour in Südfrankreich und Melanie in New York ist schwanger. Helga Flädle geht durch ein Wellenbad von Gemütssituationen. Aus dem Tiefpunkt „mein Leben ist vorbei“ arbeitet sie sich mit eigenem Humor heraus und findet zu heiterer Gelassenheit. Beim Kiebitz-Team und den Besuchern (darunter auch Männer) fand das verbindende Kontrastprogramm viel Beifall.

(Foto und Text: Emil Ehrler)

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17.02.2016: Lese- und Gesprächsabend mit dem Chefarzt der Bruchsaler Frauenklinik, Jürgen Wacker


Die Medizin der Armut
Gynäkologe Jürgen Wacker berichtete über seine Erfahrungen in Burkina Faso

Der Lese- und Gesprächsabend war mit „Erfahrungen aus meiner Tätigkeit in Afrika und aus der Migrantensprechstunde“ überschrieben. Bei der Gemeinschaftsveranstaltung von Kulturtreff Kiebitz Pfinztal mit der Buchhandlung LiteraDur stand das Thema der Beschneidung der Frau im Fokus. Für den Gynäkologen Jürgen Wacker, Chefarzt einer Frauenklinik in Bruchsal, steht außer Frage, dass man diese Verstümmelung nicht schönreden kann. Er will helfen und tut es auch in Westafrika in Burkina Faso mit dem Verein „Menschen für Frauen“.

Mit seiner Einladung „Kommen Sie mit nach Wagadugu, der Hauptstadt des Landes und nach Dori, der Hauptstadt der Region Sahel“, nahmen Jürgen Wacker und seine Frau Renate die Besucher mit. Passagen aus seinem Buch „Isaaks Schwestern“ wurden zum Leitfaden eines informativen Abends, der auch Betroffenheit und Kopfschütteln beinhaltete. Dazu lieferten ein bebildeter Hintergrund auf der Leinwand sowie geshilderte Begebenheiten aus dem Berufsalltag hier und im über 4 000 Kilometer entfernten Burkina Faso weitere Steinchen für ein Mosaik mit vielen brennenden gesellschaftlichen Problemen.

Als Entwicklungshelfer lernte Jürgen Wacker Burkina Faso kennen. Regelmäßige Aufenthalte folgten. Jährliche Workshops für Ärzte sowie Fortbildungen für Hebammen sind wesentliche Bestandteile einer Sensibilisierungskampagne die Erfolge zeigt, informierte Wacker. Und in zehn Jahren hofft er, dass keine Mädchen mehr beschnitten werden. Mit der Erzählung „Isaaks Schwestern“ soll die Unbarmherzigkeit des Lebens in Armut, mit der Medizin der Armut und der Geburtshilfe unter einfachen Bedingungen vermittelt werden. Die Hauptpersonen sind die sechsjährige Fatimata, deren Großmutter sie beschneiden lässt. Während im zweiten Buchteil deren Cousine Djamila, die in Deutschland der Beschneidung entgangen ist, jedoch in einem Reformschulinternat falsch verstandene moderne Pädagogik und die erschütternden Folgen der Missachtung kindlicher sexueller Unversehrheit erfährt. Der Ausgang der Geschichte ist offen, verrät Jürgen Wacker der gerade an einer Fortsetzung arbeitet, die voraussichtlich Ende des Jahres erscheinen soll.

Zum gemeinnützigen Verein Menschen für Frauen e.V. „Deutsch-Afrikanische Freundschaftsgesellschaft in der Gynäkologie (DAFGG)“, der gerade dabei ist, ein Hospital für Frauen in Burkina Faso zu bauen, wurde von Susanne David (Kulturtreff Kiebitz) und Barbara Casper (Buchhandlung LiteraDur) informiert. Ende März werden Jürgen und Renate Wacker ihren nächsten Besuch dort machen.

ZU EINEM LESE- UND GESPRÄCHSABEND kam der Chefarzt der Bruchsaler Frauenklinik, Jürgen Wacker, nach Pfinztal. Er berichtete über seine Erlebnisse als Arzt und Entwicklungshelfer in Burkina Faso.

(Foto und Text: Emil Ehrler)

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