Rückblick 2015

17.04.2015Figurentheater marotte: Die drei Räuber
08.03.2015Frauentag 2015

17.04.2015: Figurentheater marotte: Die drei Räuber


Räuber mitspitzen, schwarzen Hüten: Figurentheater marotte spielte eine Tommy-Ungerer-Geschichte für Kleine und Große

Der Mix aus Schattentheater und Puppenspiel machte „Die drei Räuber“ im Selmnitzsaal mit unterhalt-samen, spannenden und fürsorglichen Komponenten zu einem Hingucker für Klein und Groß, Alt und Jung. Das Karlsruher Figurentheater marotte gastierte mit der Kinderbuchgeschichte von Tommy Ungerer in der Regie von Thomas Hänsel in Berghausen. Der Pfinztaler Kulturtreff Kiebitz hatte in seinem Programm einem Gastspiel des Figurentheaters aus der Fächerstadt Platz gegeben – und es hat sich gelohnt.

In dem Kinderbuchklassiker hauchten Sebastian Kreutz (mit Zupfinstrument) und Claudia Okma den Schattenfiguren und Handpuppen mit Eulenschrei und Pferdewiehern mit ihren Stimmen Leben ein. Der klassische Schauspieler und die Figurenspielerin harmonierten bestens bei dieser mit „Es war einmal“ beginnenden Adaption einer witzigen und anrührenden Geschichte.

Es geht um drei Männer mit großen, schwarzen Umhängen und großen, schwarzen, spitzen Hüten auf dem Kopf, die nachts Kutschen überfallen. Sie erschrecken die Pferde mit Pfefferspray, die davon galoppieren. Die drei Räuber bedrohen die Kutschenfahrer mit einer großen Pistole: „Geld oder Leben!“ und zerhacken den Wagen mit einem großen Beil. Mit der Beute - Gold, Perlen, Edelsteine - verschwinden sie in der dunk-len Höhle im ebenso dunklen Wald.

Dann aber taucht Tiffany auf. Das kleine Mädchen hat keine Eltern und sitzt allein in der überfallenen Kutsche. Die drei Räuber nehmen sie mit in ihre Höhle. Das Mädchen bringt Normalität, aber auch viel Farbe in das Leben der Räuber und verhilft dazu, dass die drei bärtigen Gesellen über sich und ihr Tun nachdenken. Tiffanys Frage „Was macht ihr denn mit dem ganzen Gold?“ bleibt unbeantwortet. Bis die Idee ein, buntes Haus für Waisenkinder zu bauen, der Geschichte das Happy End gibt.

Das Zusammenspiel mit dem Publikum animierte die Kinder zum Mitmachen und Mitsingen beim „Popel-lied“, das im Original nicht vorkommt jedoch in der fantasiereichen Version der marotte mit Ukulele-Be-gleitung eine passende Bereicherung darstellte. Und da  heißt es: „Hast du mal eine Freundin, dann sei ihr immer nobel. Und wenn sie dir ein Küsschen gibt, schenkst du ihr einen Popel”.

ZUM NACHDENKEN ÜBER IHR TUN bringt das elternlose Mädchen Tiffany die drei Räuber, die Kut-schen überfallen – und mit dem geraubten Gold später ein Waisenhaus bauen.

(Foto und Text: Emil Ehrler)

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08.03.2015: Frauentag 2015

Die „Putze“ und die Bundekanzlerin: Kabarettistin Marianne Schätzle zu Gast bei der Arbeitsgemeisnchaft solzialdemokratischer Frauen in Pfinztal

Der Kulturtreff Kiebitz Pfinztal ist dafür verantwortlich, dass in der Gemeinde an der Pfinz der Internationale Frauentag, der aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts datiert, eine feste Größe ist. Zum 20. Mal und erstmals im Rahmen eines Frühstückbüffets erinnerte man an Gleichberechtigung und Wahlrecht für Frauen als die eigentlichen Wurzeln. Die Reminiszens verknüpft mit gesellschaftlich relevanten Themen sorgte für ein ausverkauftes Vereinsheim des Turn- und Sportverein Berghausen, das erstmals Austragungsort war.

Das „schwache Geschlecht“ gestaltete das Programm und stärkte somit sein Selbstwertgefühl. Vieles wurde angesprochen, es durfte nachgedacht und auch gelacht werden. Eine feste Größe beim Frauentagprogramm ist die Pfinztaler Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF). Unter der Überschrift „Der lange Weg zur Freiheit – von Frauen die sich was trauen“, moderiert von Ursula Zobel wurde ein Fächer starker Frauen aus aller Welt geöffnet, die Freiheit für alle als Maß der Dinge sehen. In Kurzportraits wurden Tawakkol Karman (Jemen) von Elisabeth Ehrler, Chinea Keitesti (Uganda) von Sonja Holatka, Sandra Morán (Guatemala) von Angelika Konstandin und die 17-jährige in Pakistan geborene Malala Yousafzai als diesjährige Trägerin des Friedensnobelpreises von Sina Konstandin vorgestellt.

Ihren Fokus auf Deutschland ausgerichtet hat Marianne Schätzle. Die Kabarettistin aus Hilzingen im westlichen Hegau ist seit 15 Jahren im Geschäft. Erstmals in Pfinztal hat „Frau Schätzle“, so ihr ehrlicher Künstlername, kein Blatt vor den Mund genommen. Bei ihrem einstündigen Soloprogramm schlüpfte sie gleich in drei Rollen: Die „Putze“ Frau Schätzle, Bundeskanzlerin Angela Merkel und das Double der bun-desdeutschen Regierungschefin. Die kostümierte Blitz-Verwandlung dieser bedeutsamen Charaktere gelang als Switsch auf offener Bühne.

Mit Auszügen aus ihrem aktuellen Programm „Ich bin durch, auch als Merkel Double“ gab die Alles-könnerin auch sprachlich nuanciert Einblick in den Alltag des Trios. Die „Putze“ Schätzle ist bundesweit und vielerorts tätig. Eine Frau mit Potenzial, was sogar mit einem Schnellkurs für Anästesie honoriert wurde.

Zum Ausdruck kommt aber auch, die Schnelllebigkeit der Gegenwart die alles ist, vieles bleibt auf der Strecke. Frau Schätzle schwätz gerne „guck so ischs“. Überall soll sie sein, immer mehr arbeiten, immer weniger in der Tasche haben. Selbst die Kanzlerin muss sie inzwischen vertreten, ist im Hintergrund die Berliner Geheimwaffe, regiert mit und keiner merkt es.

Ihre Parodien zu politisch interessanten Themen wie beispielsweise die Diäten der Parlamentarier oder den Soli wurden schonungslos angesprochen und mit viel Beifall und Lachern quittiert.

ALS PROGRAMMGESTALTER überzeugten Angelika Konstandin, Ursula Zobel, Elisabeth Ehrler, Marianne Schätzle, Sonja Holatka und Sina Konstandin (von links).

(Foto und Text: Emil Ehrler)

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