Rückblick 2014

06.07.2014Picknick Blanc - Picknick in Weiß
17.05.2014Wandern mit Thomas und Bernd
30.03.2014Von Barock bis Bossa Nova
08.03.2014Frauentag Nacht Cafe
22.02.2014Afrikanischer Tanzworkshop

06.07.2014: Picknick Blanc - Picknick in Weiß


Leichte Brise und klassische Musik - „Picknick Blanc“ zu Violinenklängen auf dem Berghausener Bahnhofsplatz

In 21 Jahren sind dem Kulturtreff Kiebitz Pfinztal überraschende, spritzige Ideen nicht ausgegangen. Die Konstellation Frühsommer und gemeinsame Mahlzeit im Freien führte jetzt zu einem „Picknick Blanc“ auf dem Bahnhofsplatz in Berghausen. Getroffen wurde damit der Zeitgeist um „ganz in Weiß“ und miteinander mehrere Stunden zu genießen.

Gemeinsames Essen im Freien findet sich schon in der Bibel. 1988 in Paris auf dem Bois de Bologne wurde das erste „Picknick Blanc“ abgehalten - und jetzt in Pfinztal. Den Kiebitz-Organisatoren um Susanne David ist das heimelige Flair des Bahnhofsplatzes mit dem überdachten Nachbau einer Wartehalle, das als Picknickplatz ausgewählt wurde, zur Herzenssache geworden. Wird die Nutzung der zentral im Ort gelegenen Örtlichkeit mit angrenzendem Bürgergarten vielfach vernachlässigt, setzt der Kulturtreff auf eine Belebung öffentlicher Plätze in der Gemeinde.

Mit Erfolg, wie sich bei schönem Wetter, einer leichten Sommerbrise und klassischer Musik zeigte. Drei genussreiche Stunden wurden als Zeitfenster gewählt für die Gäste, die von Kopf (Hut) bis Fuß (Schuhe) in Weiß gekleidet zu einem ausgiebigen Frühstück kamen. „Jeder bringt mit,was er benötigt“ hieß die Devise. Dazu stand jedem die individuelle dekorative Gestaltung seines Picknickplatzes, natürlich in der Farbe Weiß, nach Lust und Laune frei. Davon wurde selbstverständlich Gebrauch gemacht, um so für ein rundum gemütliches Ambiente eigenverantwortlich zu sorgen. Die helle Kleidung verlieh dem Picknick einen frischen und verbindenden Charakter.

Im Outfit farblich passend gestalteten Pascale Hock-Brömauer und Constanze Schubert-Heide die musikalische Begleitung. Das Violinen-Duo servierte Melodien von Haydn, Leclair und Mozart, deren Beschwingtheit dem Picknick Blanc eine treffliche Abrundung geben.

(Foto und Bericht: Emil Ehrler)

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17.05.2014: Wandern mit Thomas und Bernd

Wandern mit Thomas und Bernd

Die diesjährige Kiebitzwanderung führte uns in die Ortenau, in einen Teil des Schwarzwaldes, zwischen Kinzig, Nordrach, Rench und Rhein.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fuhren wir in aller Frühe bis Gengenbach, dessen Altstadt von Türmen und Toren, schmalen Gässchen, malerischen Ecken und Winkeln und unzähligen Fachwerkbauten bestimmen wird. Nachdem wir dort in einem Café ein zweites Frühstück eingenommen, die Kirche besichtigt, die Klosteranlage umrundet und die steilen Treppenstufen hinter uns gelassen hatten, genossenen wir von der Jakobskapelle die großartigen Ausblicke auf Gengenbach und das Kinzigtal.

Kurz nach der „Teufelskanzel“, einem markanten Felsen mit Aussicht ins Tal, verließen wir den schmalen, teils felsigen Bergpfad, um fortan auf breiten Waldwegen der Kornebene und dem dortigen Naturfreundehaus zuzustreben. Auf dieser von Gengenbach über das Haigerachtal und dem Nordrachtal erreichbaren Passhöhe, soll es früher Kornfelder gegeben haben. Das NFH Kornebene war für uns die ideale Einkehrmöglichkeit. Hier konnten wir uns vor dem eigentlichen Aufstieg auf den 871 m hohen Mooskopf noch einmal stärken.

Die „Moos“, ist der Hausberg von Gengenbach und Oppenau. Am 26. Dezember 1999 richtete Orkan Lothar schwere Schäden auf dem Moos- und Siedigkopf an. Waren die Gipfel zuvor noch dicht mit hochstehenden Fichten und Tannen bewaldet, so dass vom Aussichtsturm kaum eine Fernsicht über die Baumspitzen möglich war, kann man heute einen weiten Rundblick vom Turm genießen. Vom Mooskopf aus war es nicht mehr weit zu unserem Tagesziel, dem Höhenhotel Kalikutt, wo wir übernachteten. „Kutt“ bedeutet Bodensenke, also eine Art kleiner Taleinschnitt. „Kali“ soll aussagen, dass eben diese„Kutt“ kahl, das heißt nicht mit Bäumen bewachsen ist.

Am zweiten Tag umrundeten wir zunächst den Mooskopf. Bei der Ofenlochhütte konnten wir auf einer Ruhebank die tolle Aussicht auf die Hornisgrinde, das Renchtal und die Rheinebene genießen. Nach insgesamt 10 km abwechslungsreicher Strecke mit lichten Mischwäldern und Ausblicken hinüber zur Hornisgrinde oder zurück auf die Moos, erreichten wir den Hummelswälder Hof. Hier aßen wir zu Mittag. Nach ca. 3,5 km durch Weinberge und kleinere Wäldchen, erreichten wir das exponiert gelegene Weingut Schloss Staufenberg. Nach einem kurzen Aufenthalt an diesem beschaulichen Ort, ging es weiter bergab nach Durbach, von wo aus wir mit dem Bus nach Offenburg und von dort mit dem Zug wieder nach Hause fuhren.

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30.03.2014: Von Barock bis Bossa Nova

Reihe „Klassik in Pfinztal“ wurde mit dem „Ensemble Belém+“ fortgesetzt

Der Kulturtreff Kiebitz Pfinztal hat den Zyklus „Klassik in Pfinztal“ vor langer Zeit gestartet. Bisher ist es gelungen damit besondere musikalische Akzente zu setzen. Die Fortsetzung dieser hochwertigen Konzerte gelang mit dem „Ensemble Belém+“.

Dabei überraschte die Trio-Formation schon im Vorfeld den akribisch alles vorbereiteten Veranstalter als sich die Besetzung in zwei Frauen und ein Mann änderte. Susanne David und ihr Team vom Kiebitz nahmen es gelassen, ebenso die Besucher und bei „Belém+“ sprach man von jener unvermeidlichen Flexibilität die notwendig ist langfristig geplante Auftritte auch im Kalender der international vielgefragten Berufsmusiker unterzubringen.

Im katholischen Gemeindehaus in Berghausen kam das Publikum in den Genuss von einem ungewöhnlichen Ensemble in ungewöhnlicher Besetzung auf eine musikalische Zeitreise mitgenommen zu werden. Oboist und Initiator Petar Hristov, seine Schwester Maria Hristova, im Hauptberuf Solobratschistin der Münchner Synphoniker und die Gitarristin und Sängerin Yuliya Lonskaya verbindet Musik als Herzenssache. Ob nun Barock, Klassik, Romantik, 20. Jahrhundert, Bossa nova, Lateinamerikanische Musik, Tango, Jazz, Salonmusik, Improvisation oder Volkslieder, die musikalische Identifikation der drei mit Rhythmen und Stilen ist ausgeprägt. Der Funke sprang schnell über. Die Könner fesselten sprichwörtlich und sie beschränkten sich nicht allein auf ihre angestammten Instrumente. So kamen im Programm auch Percussions wie Shaker, dazu Cajon und als Uraufführung in Pfinztal, ein Theremin als berührungsloses Instrument zum Einsatz. Ursprünglich Aetherphone genannt und vor nahezu 100 Jahren erfunden, beeinflusst die elektrische Kapazität des menschlichen Körpers ein elektromagnetisches Feld und erzeugt direkt Töne, erklärte Petar und Schwester Maria „spielte“ mit dem Theremin „Das Lied am Strand“ und den legendären „Scarborough Fair“.

Leidenschaftliche, temperamentvolle Musik, fein nuanciert gespielt, heiße lateinamerikanische Rhythmen, aber auch charmante Klänge gab es zu hören. Beispielsweise „Sonate“ von Johann Sebastian Bach, „Greensleeves to a Ground“ (John Downland), zwei Sätze aus der „Serenade Opus 127“ von Mauro Giuliani und „La Danza“ von Gioachino Rossini. Das Spektrum reicht vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

In Weißrussland geboren hat Yuliya Lonskaya dank der Musik schon viel von der Welt gesehen. Gleiches gilt für die in Bulgarien gebürtigen Geschwister Hristov. Und alle haben die lokalen Musiken in sich aufgenommen. Da gab es einen französischen Tango „Tango en skai“, mit „September 2nd“ eine deutsche Bossa nova und mit dem legendären „A felicidade“ eine richtige brasilianische Bossa nova. Die gern gemachten Zugaben bereicherte Petar Hristov mit einem Dudelsack, mit dem er im Sommer in seiner Heimat auf dem Dorfplatz in Schabla zum Tanz aufspielen will.  

(Foto: Emil Ehrler)

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08.03.2014: Frauentag Nacht Cafe


Innovatives Leben in der Sofa-Ecke
Kabarettistin Coco lores zum Frauentag beim Kulturtreff Kiebitz zu Gast

Der internationale Frauentag, der aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts datiert, wird in der Gemeinde Pfinztal nicht vergessen und hochgehalten. Der Kulturtreff Kiebitz sich als Ideengeber für ein Frauentag Nachtcafé dieser Traditionspflege angenommen. Zum 19. Mal fand das besondere Event jetzt statt.

Das stimmige Ambiente in der Kulturkneipe „Goldener Adler“ in Berghausen bot den richtigen Rahmen. Waren es damals Gleichberechtigung und Wahlrecht für Frauen, die mobilisierten, sind es heute andere, aber dennoch wichtige und wesentliche Themen, die Frauen berühren. Wie der unterhaltsame Abend zeigte, bringen sie jedoch das „schwache“ Geschlecht nicht in Erklärungsnotstand, im Gegenteil. Zu dieser neuerlichen Stärkung des Selbstwertgefühls trugen die Programmgestalter  bei. Sich amüsieren wurde großgeschrieben.

Mit zeitgenössischer Musik auf der blauen Gitarre, untermalte Sigrid Grajek Ausschnitte aus ihrem Soloprogramm „Cocooning“. In Berlin-Kreuzberg zu Hause war die gelernte klassische Schauspielerin aus der Bundeshauptstadt an-gereist. Längst ist sie in das Fach eines Comedian gewechselt und das erfolgreich. Beim Frauentag Nachtcafé schlüpfte sie in die Rolle der Coco Lores. Eine feste Größe war sie im Kabarett „Berliner Brettl“.

„Manchmal....“, legte die Berliner Schnauze los und das 75 Minuten mit Esprit und viel Witz. Unvergänglich sei der eigene Stil und das Leben eine Spirale, die wiederum als weibliches Symbol der Schöpfung gilt und zugleich für den Ausbruch aus dem Kreisverkehr des guten Willens der Frau steht. „Das waren noch Zeiten “ findet seine Fortsetzung bei der modernen Frau, die laut Trendforschung als „Cocoonerin“ gilt und innovativ in der Sofa-Ecke klebt.

Die vorgestellte Bedürfnis-Pyramide erfüllte den Zweck der theoretischen Exkursion, an deren Spitze die Selbstverwirklichung steht. „Wenn Frauen hätten fliegen sollen, dann hätten sie auch Flügel bekommen“, ist sich Coco Lores sicher und akzeptiert die Evolution. Dank Internet sei eine Teilnahme am Leben vom Sofa aus sicher gestellt und hinzu komme im Cocooning-Zeitalter, dass es auch ein Outdoor-Cocooning in der Hängematte gebe, und alte Frauendisziplinen wie Synchron-Klöppeln wieder entdeckt wurden.

Sich interessant darstellen und den passenden und lockenden Reim, beispielsweise auf „So schön kann doch kein Mann sein“ zu machen, gelang auch dem Septett der Pfinztaler Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) .

Ihr Parallelprogramm in 14 Szenen trug die Überschrift „Wachsweich oder knallhart“. Die aneinandergereihten Lieder und Lyrik von Frauen für Frauen wurden von Elisabeth Ehrler, Sonja Holatka, Angelika und Sina Konstandin, Silke Schwartz, Ellen Weisbecker und Ursula Zobel als „Geschichte meines Lebens – mehr als Liebe – von einer neuen Einstellung“ ins Rampenlicht gestellt. Beileibe keine Standpauke war das Frauentag Nachtcafé zu dessen Gästen auch einige Männer zählten, und das großen Applaus erhielt, mit der Zusage der Gestalter „Einen hätte(n) ich (wir) noch.“

(Foto: Emil Ehrler)

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22.02.2014: Afrikanischer Tanzworkshop

Erweiterung des kulturellen Horizonts: Afrikanischer Tanzworkshop mit Trommeln beim Kulturtreff Kiebitz im Jugendhaus Pfinztal

In der Gemeinde Pfinztal ist Tanzen und Trommeln nichts Neues. Sechs Jahre gab es in Wöschbach die Gruppe „Kena Ketady“. Der Kulturtreff Kiebitz Pfinztal hat sich daran erinnert und zu einem Afrikanischen Tanzworkshop gerufen. Im Jugendhaus Pfinztal gab das Sprichwort „Wenn du gehen kannst, kannst du tanzen“ das Motto. Neun Frauen, für ein Drittel Neuland, während der Rest sich bereits ein wenig in der Praxis versuchte, die Komponenten Tanz und Trommel zu verbinden, stellten sich der Herausforderung, ihren Kulturhorizont zu erweitern.

In Westafrika gehören Musik und Tanz zum Alttag, sagte Birgit Welker. Dabei findet eine starke Interaktion statt. Die Leiterin des Tanzworkshops verbindet eine gewachsene Leidenschaft mit dem Tanzen und Trommeln. Die Aufgabe als solistischer Begleiter an der Djembé (Bechertrommel aus einem Baumstamm) hatte Patrick Streit übernommen, während das Basstrommel-Trio mit Jürgen Heidenthal, Kira Herzfeld und Stefan Rosenkranz für den Rhythmus sorgte. Bevor man daran ging „Schritt für Schritt“ den aus Nordguinea stammenden „Soko-Tanz“ im sechs Achtel-Rhythmus zu lernen, war ein 30-minütiges kollektives Aufwärmen angesagt. „Tanzen aus dem Stand geht nicht, eine Grundfitness muss sein“, gibt Birgit Welker die Richtung vor. Für Angelika, Beate, Eva, Heike, Helga, Margit, Petra, Renate und Silke mitunter ungewohnt, doch sie ziehen voller Tatendrang mit. Auf der Tanzfläche zeigte sich, dass die Beweglichkeit aller Körperteile Voraussetzung ist, um sich völlig losgelöst auf die Musik einzulassen.

Als Vortänzerin erläuterte Birgit Welker die Bewegungsfolgen, während die individuellen Signale der Djembé die Tanzschritte und ihre Folge vorgaben. Im Zusammenspiel aus weichen Bewegungen, dynamischen Schritten, Drehungen und leichten Sprüngen entwickelte sich eine eigene aber temperamentvolle Choreografie.

In seinem Ursprung ist der „Soko-Tanz“ in Westafrika der Ruf an Jüngere sich auszutoben, informierte Birgit Welker. Bei den Frauen aus Pfinztal zeigte sich eine identische Wirkung: Sie tauchten in die traditionellen Rhythmen des schwarzen Kontinents ein und spürten afrikanische Lebensfreude von Trommelmusik begleitet.

(Text und Foto: Emil Ehrler)

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