Rückblick 2012

01.05.2012Jubiläum des Männerkochclubs
09.03.2012Frauentag NachtCafe
10.02.2012Cleverness ersetzt Kraft und Gewalt
03.02.2012Wolfgang Schorlau liest aus seinem Roman

01.05.2012: Jubiläum des Männerkochclubs

Schon Seit 15 Jahren kochen und kreieren die Hobbyköche des Kulturtreffs Kiebitz ein "Mahl im Monat"

Wie schon beim 10-jährigen Jubiläum wollte man auch das halbrunde Jubiläum gebührend feiern und sich von Profiköchen verwöhnen lassen. Mit der Wahl der Villa Hammerschmiede in Kleinsteinbach ist dies in vortrefflicher Weise gelungen. In stilvollem Ambiente und mit einem eigens für den Kochclub zusammengestellten 7-Gänge Menü wurden die Hobbyköche und ihre Frauen von Chefkoch Herrn Prüßmann und seinem Team verwöhnt. Raffinierte und aparte Kreationen wie z.B. Gänseleber mit Jackfrucht, Kaffee und Koriander oder Adlerfisch mit Kräuterrisotto an Gulaschsaft bleiben, neben Saibling an Gemüse und Lammrücken mit Kichererbsen und Chorizo, als ganz besondere Gaumenfreuden in guter Erinnerung.

Besonders angetan waren die Hobbyköche von Chefkoch Herrn Prüßmann, der sich die Zeit zu einem fachlichen Austausch über das servierte Menü nahm und manch interessante Info gab.

Nach fünf Stunden kulinarischen und geselligen Zusammenseins war man sich einig, dass der Abend ein rundum gelungenes Event war.

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09.03.2012: Frauentag NachtCafe




Volles Haus beim Frauen-Nacht-Café 2012 des Kulturtreff Kiebitz

Das Frauen-Nacht-Café, die Veranstaltung des Kulturtreffs Kiebitz e.V. Pfinztal zum  Internationalen Frauentag, hat mittlerweile einen festen Platz im Jahresprogramm des Kulturvereins.

Der 8. März scheint immer noch ein Tag zu sein, der Frauen bewegt. Denn viele Frauen – und erfreulicherweise auch zahlreiche Männer - fanden an diesem Abend den Weg zu der Veranstaltung in den Golden Adler in Pfinztal-Berghausen.

Eingeleitet wurde die Veranstaltung von den Frauen des Arbeitskreises Sozialdemokratischer Frauen AsF– auch diese Kooperation anlässlich des Internationalen Frauentags schon Tradition. Unter dem Motto „Frauen – ein wahres Gedicht“  beleuchteten sie in einer lyrischen Reise durch die letzten Jahrtausende das „schöne, kluge und starke Geschlecht“. Dabei gingen sie der Frage nach, ob die selbstbewusste und moderne Frau eine Erfindung der Neuzeit ist oder ob es sie schon vor Jahrtausenden gab. Unbekannte Dichter/-innen und bekannte, so z.B. Ovid, Sappho, Schlegel, Schiller und Kästner kamen dabei zu Wort – ebenso Mascha Kaléko, Dichterin in den 30er Jahren in Berlin und Gioconda Belli, nicaraguanische Schriftstellerin und Revolutionärin in den 70ern. Selbstbewusst, erotisch, politisch, sozial, am eigenen Geschlecht wie an Männern interessiert, gesellschaftlich engagiert, herrschend, aber auch gesellschaftlich unterdrückt, angepasst, aber auch unkonventionell – zahlreiche Frauenbilder und die Lebensqualität von Frauen wurden in dieser Zeitreise thematisiert.

Im zweiten Teil bearbeiteten dann "The Sunshine Doreen Starlets", das Frausein in der Gegenwart kabarettistisch unterhaltsam und gesanglich sehr gekonnt.

„Das Glück mit der Zufriedenheit“ war das Thema des Frauen-Quintetts aus Lörrach, das seine Wurzeln im dortigen Kulturhaus „Nelly Nashorn“ hat und schon etliche Jahre besteht. Fünf Frauen in schwarz, mit schriller Schminke, Federboa und barfüßig. Unkonventionell, mit Witz und schrägen Tönen persiflieren sie Schlager der Zwanziger und Fünfziger, aber auch das eine oder andere Volkslied bis hin zu Modernem. Männer, Frauen, Weltanschauungen, Klischees und die Starlets - alles wurde auf die Schippe genommen und vergnüglich tiefgründig hinterfragt.

Anhaltender Beifall und etliche Zugaben waren das Ergebnis dieser gelungenen Veranstaltung. Passend zu diesem Tag gab`s dann am Ende für die Künstlerinnen rote Rosen, umweltgerecht und menschenwürdig im sog. Flower-Label-Programm produziert. Gespendet hatte diese freundlicherweise der Biolandhof Petrik aus Pfinztal.

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10.02.2012: Cleverness ersetzt Kraft und Gewalt

Das Figurentheater "maorotte" präsentiert den immergrünen kleinen Wikinger "Wicki"

Selten hat sich der Bekanntheitsgrad einer Figur so lange gehalten wie von Wicki, dem kleinen Wikinger. Nahezu 50 Jahre ist es her, als im Buch "Wicki und die starken Männer" der kleine Kerl erstmals seine Nase rieb, erst unter der Spitze und dann an der Seite. Seither weiß jeder: Jetzt reift im Winzling eine neue Idee. Und wenn er dann "Ich hab`s" ruft, nimmt die Sache ohne Gewalt ihren Lauf. Fernsehen, Film und Musical haben Wicki  populär gemacht.

Auch das Figurentheater "marotte" aus Karlsruhe leistet seinen Beitrag. Deren Produktion "Wicki und die starken Männer" in der Regie von Thomas Hänsel, seit Jahren immer wieder im Programm, findet ungebremstes Echo. Beim Gastspiel in Berghausen, das der Pfinztaler Kulturtreff Kiebitz arrangiert hatte, zeigte ein voll besetzter Saal in der Kulturkneipe "Goldener Adler" diese ungebrochene Beliebtheit. Kinder und Eltern gleichermaßen ließen sich für 50 Minuten in den Bann der Nordleute ziehen. Das Spiel mit den Puppen, denen Carsten Dittrich und Claudia Olma auch ihre Stimmen liehen, war ideenreich und spannungsgeladen.

Klein und Groß wurden Zeugen von drei Abenteuern, die auf offener Bühne in Szene gesetzt wurden. Zunächst muss Wicki sich mit dem großen und zotteligsten Biest von ganz Flake, seinem Heimatort, messen. Und das schmächtige Bürschlein mit den rotblonden Haaren zählt vor allem Wölfe nicht zu seinen Freunden. Unglaublich für seinen einfältigen Vater den Wikingeranführer Halvar, seine kluge Mutter Ylva hält ihr Söhnchen ist ein cleveres Kerlchen. Dessen gehörige Portion Grips macht ihn auch zum Gewinner bei der Wette "einen Steinhaufen hinter den Hügel zu schleppen". Daraufhin kann Halvar den Siegerwunsch nicht abschlagen, Wicki bei der nächsten Fahrt mit dem neuen großen Segelschiff mitzunehmen. Und jetzt wird es erst so richtig aufregend. Beim Zusammentreffen mit dem Marquis de Froce im fernen Frankreich rettet Wicki die starken Männer aus einer ersten gefährlichen Situation. Dass er eine Lösung ohne Gewalt findet, zeichnet den kleinen Wikinger als starken Verhandlungspartner aus.

Mit Schätzen wie Gold, Wein und belegten Broten mit Gurken geht es auf die Heimfahrt. In den Gewässern des schrecklichen Sven vollbringt Wicki eine weitere Heldentat und versenkt dessen Piratenschiff. Natürlich hat der Wicht zuvor seine Nase gerubbelt und dabei die rettende Idee bekommen.

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03.02.2012: Wolfgang Schorlau liest aus seinem Roman

Zwei Abende Recherche als Hilfsspüler im Restaurant

Zu den bekanntesten deutschen Autoren der Gegenwart gehört Wolfgang Schorlau. Ihn für einen Lesevortrag zu buchen, ist nicht einfach. Die Buchhändlerinnen Margret Thorwart und Ulla Zachmann-Leber erwischten den passenden Moment. Gerade war im vergangenen Spätjahr der sechste Band der Georg-Dengler-Serie mit dem Titel "Die letzte Flucht" erschienen, da verpflichteten die Buchhandlung "LiteraDur" in Berghausen und der Kulturtreff Kiebitz den Autor zu Lesung und Gespräch. Eine richtige Entscheidung, denn bislang wurde der Titel über 100 000-mal verkauft, und die Anziehungskraft von Wolfgang Schorlau sorgte für ein volles Haus.

Der gebürtige Idar-Obersteiner, der in Stuttgart lebt, gibt zwei Leseproben aus dem 351-Seiten-Werk. Zwei  Handlungsstränge kennzeichnen die drei Kapitel, deren Inhalt, wie bei Schorlau üblich, Aktualität aufgreift.  In "Die letzte Flucht" wird die Pharmaindustrie "durchleuchtet". Es geht um Mord, Vergewaltigung und eine Entführung mit dem Ziel, Geheimnisse eines Pharmakonzerns zu erfahren. Diese mehrtägige Gefangenschaft des Firmenchefs gibt Schorlau zum Besten. Privatermittler Georg Dengler gerät in Verdacht und muss unter hohem Fahndungsdruck den Fall lösen.
"Wo haben Sie das recherchieren gelernt?" wird der 60-Jährige gefragt, der zuvor Manager in der Computerindustrie war und sich im Alter von 50 Jahren den Traum, Schriftsteller zu werden, erfüllte. Schorlau baut seine Arbeit auf drei Grundsätzen auf: "Ich möchte den Stoff beherrschen, mit den Leuten reden und den Schauplatz sehen". Für "Die letzte Flucht" hat er nicht nur zwei Jahre in der Pharmaindustrie recherchiert. Er verbrachte auch zwei Abende als Hilfsspüler in einem Restaurant, um eine bestimmte Szene  schreiben zu können.

Ob er mit seinem sechsten Dengler-Buch nicht zu tief in das Geschäftsgebahren der Pharmaindustrie vorgedrungen sei und mit rechtlichen Schritten zu rechnen habe ? "Die Branche erträgt es", so Schorlaus  salomonische Antwort. Er lässt durchblicken, dass der ausgeschiedene BKA-Ermittler Georg Dengler jetzt eine kleine Pause verdient hat und er an etwas Neuem arbeitet. Viele Besucher reihen sich am Ende in die Signierkette ein und erhöhen die Verkaufszahl der Kriminalromane des gelernten Großhandelskaufmanns.

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