Rückblick 2011

17.10.2011Können und Intuition
17.09.2011Besichtigung Alt-Dettenheim mit Alfonso Becker
20.05.2011Kabarett-Abend
16.04.2011Geomantische Wanderung - Versunkene Dörfer
18.03.2011Frauentag Nacht Cafe
29.01.20113. Pfinztaler Open Stage

17.10.2011: Können und Intuition


Klavierkonzert im katholischen Gemeindezentrum in Berghausen

Mit seinen 26 Jahren hat der aus dem Nachbarort Grötzingen stammende Fabian Wankmüller schon viel erreicht. Sein Hobby, die Musik, hat er längst zum Beruf gemacht. Auch wenn sein Studium noch noch nicht ganz abgeschlossen ist. Seine künstlerische und pädagogische Ausbildung an der Hochschule für Musik in Karlsruhe hat er abgeschlossen und mit Auszeichnung bestanden. Bevor er jetzt zum Wintersemester nach Hannover geht und den "Master Kammermusik" erwerben will, gab er in Pfinztal ein Klavierkonzert. Dessen Veranstalter waren gemeinsam der Kulturtreff Kiebitz Pfinztal und der Orgel-verein Christkönig Berghausen. Im katholischen Gemeindezentrum in Berghausen, hat ein über 100 Jahre alter Bechstein-Flügel seinen Platz, das geradezu ideale Instrument für den Nachwuchskünstler, um sein gereiftes Können zu zeigen.

Aus Band I von "Das wohltemperierte Klavier" von Johann Sebastian Bach hatte Fabian Wankmüller "Präludium und Fuge es-moll" aufgelegt. Die Musiksammlung für Tasteninstrument, zwei Bände gibt es, machte Wankmüller die Zuhörer aufmerksam enthält pro Band 24 Satzpaare aus je einem Präludium und einer Fuge in allen Dur- und Molltonarten. In Bach`s Schaffen gilt "Das wohltemperierte Klavier" als ein zentrales Werk.

Gut 100 Jahre später komponierte Franz Schubert  die "Sonate c-Moll D 958", genau gesagt in seinem Todesjahr 1828. Mit ihren vier Sätzen "Allegro", "Adagio", "Menuett: Allegro-Trio" und "Allegro" gab die Solosonate tiefgründigen Einblick in Charakter und Wesen des Komponisten Franz Schubert. Fabian Wankmüller demonstrierte Können und Intuition. Zum Ausdruck kam dies auch mit der Intonation ohne Noten.

Das galt auch für "Sonate Nummer 7 opus 83" von Sergej Prokofjew. Waren es zuvor Stücke des 18. und 19. Jahrhunderts, entstand dieses Werk zwischen 1939 und 1942. Drei Sätze "Allegro inquieto", "Andante caloroso" und "Precipitato" ließen die Perfektion von Fabian Wankmüller hören. Viel Applaus honorierte den gelungenen Auftritt des jungen Pianisten.


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17.09.2011: Besichtigung Alt-Dettenheim mit Alfonso Becker


Besichtigung Alt-Dettenheim mit Alfonso Becker

Mit einer Besichtigung Alt-Dettenheims setzte der Kulturtreff-Kiebitz am 17. September seine kleine Reihe „Spaziergänge zu versunkenen Dörfern“ unter Leitung von Alfonso Becker fort.

Auf der einen Seite, so erzählte Herr Becker, fühlten sich die Dettenheimer Bauern ihrem Land und ihrem Dorf seit Jahrhunderten eng verbunden; auf der anderen Seite wurden ihre Häuser so häufig vom Rhein überschwemmt, dass sie ihren Landesherrn, den Markgrafen von Baden, baten, umsiedeln zu dürfen. Gerne wären sie nach Binsheim gezogen, in ein Dorf, das seit Ende des Bauernkrieges unbewohnt war. 1813 erhielten sie schließlich die Erlaubnis zur Umsiedlung nach Altenburg und nannten die neue Ortschaft aus Dankbarkeit gegenüber dem Großherzog Karlsdorf. In Alt-Dettenheim erinnert ein 1938 aufgestellter Gedenkstein an die ehemalige Ortsmitte, die seit Tullas Begradigung des Rheins dreihundert Meter vom Fluss entfernt liegt. Ansonsten zeugen nur noch die Grundmauern dreier Gebäude von dem einstigen Dorf, unter ihnen das Gasthaus Löwen, auf dessen Apfelbaumwiese sich die rund 25 Teilnehmer des Rheinauen-Spaziergangs abschließend mit gebackenen Fischen stärkten.

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20.05.2011: Kabarett-Abend

"Vier gewinnt" - Kai Ahnung, Alexander Entzminger, Michele Paldino und Markus Schneider (von links)

In gewissen Momenten knallt die Fantasie durch - "Vier gewinnt" bietet viel Spaß mit Hand und Fuß

"Vier gewinnt" hieß es beim Kabarett-Abend, den der Kulturtreff Kiebitz Pfinztal im "Goldenen Adler" in Berghausen veranstaltete. Selten - wenn überhaupt - waren Charaktere dermaßen unterschiedlich, war die Qualität so reif. Sie hatte Hand, Fuß und Kopf dazu, was dem Spaßfaktor zugute kam. Ein Quartett von Kömidianten - Markus Schneider aus Bayrisch-Schwaben, Michele Paldino aus Niedersachsen, Alexander Entzminger (Kosmo-Pfälzer) und der Badener Kai Ahnung - sorgten  in der Kulturkneipe für ein anhaltendes Stimmungshoch. Sie boten Abwechslung und Vielfalt im "Vierer-Takt". Der Verbund der semiprofessionell tätigen Künstler, einzig Alexander Entzminger hat sein Hobby zum Beruf gemacht, entstand im vergangenen Jahr. Beim Kulturtreff Kiebitz, verriet Petra Löffel-Meijer eingangs,  herrsche große Vorfreude. Diese wurde in den beiden nächsten Stunden von viel Applaus bestätigt.

Ein Jodler brachte es auf den Punkt, dass Markus Schneider aus Kühbach bei Aichach seine Herkunft nicht verleugnen konnte. Intelektuelles mit Tiefgang, wie die Lieder "Easyhömorider", "Naturdefizitstörung" mit verarbeiteten Lösungsvorschlägen, oder der Mitsing-Song "Der Funke ist gesprungen" ließen einem harten Slang mit Counter-Tenor-Ambitionen, samt Gitarrenbegleitung, freien Lauf. Auch nördlich des Weißwurst-Äquators hat der schwäbische Bayer seine Qualitäten schon wiederholt gezeigt. Stolz vermeldete er seinen dritten Platz beim Bielefelder Kabarettpreis im vergangenen Jahr.

Vom Hardrocker zum Liedermacher der alten Schule hat sich Michele Paldino gewandelt, dessen Markenzeichen schwarzer Humor ist. Zu den Klängen der Gitarre setzte er seine Verse "Meine Frau macht Diät", "Erlebnisse mit Mücken", "Sprengmeister Gunter", oder "Der Einkauf meines Lebens" als Ergebnisse jener gewissen Augenblicke, in denen die Fantasie durchknallt als tragisch komische Alltagsgeschichten in Szene. Dazu seine nicht minder trefflichen Reime "Witzige Courage", "Urlaubsreisen" und "Bauernregeln" die aufhorchen ließen.

Dank Kai Ahnung sparten sich "Vier gewinnt" den Moderator. Der Comedian als dem Karlsruher Stadtteil Neureut favorisiert Wortspiele und schaffte mit seinen Nummernkomödien als Kurzauftritte starke Übergänge. Auch sorgte die Erzählung der fiktiven Geschichte von "Michaela", mit passenden Musikeinspielungen bestückt, für eine Aneinanderreihung von Lachsalven bei den Zuhörern. Von Beruf ist er Quatsch- und Liedermacher, informierte Alexander Entzminger als Auskunft. Er ist derjenige, der vergangenes Jahr "Vier gewinnt" zusammengewürfelt hat. Die Gitarre lieferte den Sound, damit Genfehler "Die Kartoffel mit Zukunft" nicht belasten. Dazu kamen Nummern zu "Eugen" und einem anonym bleibenden "Werbeschlingel im globalen Netz ". Entzminger war es auch, der das Finale des Kabarett-Abends anrichtete und seine Meinung zum "Wirtschaftswunderland" wissen ließ.

(Text und Foto: Ehrler)

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16.04.2011: Geomantische Wanderung - Versunkene Dörfer





Geomantische Wanderung - Versunkene Dörfer

Wachsenden Zuspruchs erfreuen sich die geomantischen Spaziergänge mit Alfonso Becker, die der Kulturtreff Kiebitz seit mehreren Jahren veranstaltet. Rund 40 Teilnehmer folgten am 16. April der gemeinsam mit der Akademie für Gesundheit ausgesprochenen Einladung, den Geheimnissen des Biensheimer Tales zwischen Walzbachtal und Gondelsheim näher zu kommen. Unterstützt durch den Jöhlinger Ortshistoriker Jürgen Protz unternahm Becker mit den Spaziergängern einen Ausflug in die über eintausendjährige Siedlungsgeschichte des südlichen Kraichgaurandes. Wie immer versuchte er dabei die Augen für die vorgefundenen Landschaftsformen zu öffnen, die im Bereich Biensheims durch den Dualismus von offener Landschaft und geschlossener Waldfläche geprägt sind. Aus diesem Grunde wählte er einen Waldrandweg, der sowohl den Blick in die Weite der sich wellenförmig ausbreitenden Landschaft erlaubte als auch das Gefühl für den an dieser Stelle vorherrschenden Laubwald aufkommen ließ. Ebenso wichtig sind für Becker die Wechselwirkungen zwischen den Kräften der Natur, den Formen der Landschaft und den Erscheinungen der Vegetation. Energetische Relevanz, so erklärte der Geomantiker seinen Mitwanderern, haben unterirdische Wasserführungen, geologische Verwerfungen und im Erdinneren verborgene Hohlräume. Verschiedene Indikatoren wie beispielsweise zwieselige Bäume oder Bauten der Roten Waldameise zeigen dem Geomantiker ihr Vorkommen an.

Ausgangspunkt des Spaziergangs waren die Biensheimer Höfe, die in den 1960er Jahren im Gefolge der Flurbereinigung als Aussiedlerhöfe gegründet worden sind. Der Weg führte dann durch Gebiete, deren uralte Flurnamen auf eine frühe landwirtschaftliche Nutzung schließen lassen. Bereits 1147 erwähnt ist der Bonatzhäuser Hof, der einstmals wohl aus einem kleinen Weiler bestand, seit vielen Jahrhunderten aber nur noch ein Einzelhof ist; Ende des 18. Jahrhunderts erwarb ihn der badische Markgraf aus den Händen der Kraichgauer Reichsritterschaft. Das Ziel des Geomantischen Spaziergangs bildete der Biensheimer Brunnen. Hier befand sich einst der Mittelpunkt eines Weilers mit etwa 10 bis 12 Höfen, verkehrsgünstig an der einstmals wichtigen Verbindungsstraße zwischen Pforzheim und Bruchsal gelegen. Jürgen Protz las den Spaziergängern aus einer Urkunde des Jahres 1281 vor, die nicht nur die Existenz des Dorfes belegt, sondern auch einen Schultheiß und einen Scharfrichter erwähnt und sogar die Namen der leibeigenen Bewohner auflistet, und stellte dann die Frage: Warum und wann verschwand dieses Dorf? Warum entstand hier eine Wüstung, wie der Siedlungshistoriker sagt? Übereinstimmend verwiesen Becker und Protz als Ursache auf den Bauernkrieg. Offenbar gehörten die Biensheimer Bauern der Bundschuhbewegung des Joß Fritz aus Untergrombach an. Als diese 1502 blutig niedergeschlagen wurde, traf es auch die Biensheimer Untertanen des Bischofs von Speyer. Die Männer wurden getötet, die Frauen und Kinder zogen nach Jöhlingen. Die Höfe zerfielen, nur das Kirchlein blieb noch einige Zeit erhalten, bis auch dieses verschwand, so dass heute nicht einmal mehr sein einstiger Standort bekannt ist. Gestärkt durch Brezel und Wein und bereichert um viel Wissen über unsere unmittelbare Umgebung beendeten die Teilnehmer diesen frühlingshaften geomantischen Spaziergang, dem im Juni ein weiterer folgen wird, dessen Ziel ebenfalls ein versunkenes Dorf ist.

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18.03.2011: Frauentag Nacht Cafe






Attraktive Maus zeigt dem Dichter die Zähne - Das "Nachtcafé" des Kulturtreffs "Kiebitz" feiert mit Verspätung den internationalen Frauentag

Der internationale Frauentag hat eine 100-jährige Tradition. Seit 16 Jahren erinnert man mit einem "Frauentag Nachtcafè" in der Gemeinde Pfinztal an diese Errungenschaft. Der Pfinztaler Kulturtreff "Kiebitz" hat die Veranstaltung unter seinen Fittichen. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr hatte das Pfinztaler Ereignis jedoch eine zehntägige Verspätung. Aus mehreren Gründen, wie Kiebitz-Sprecherin Petra Löffel-Maijer mitteilte. Jedoch ist aufgeschoben nicht aufgehoben. Und auch das Interesse litt in keinster Weise. In der Berghausener Kulturkneipe "Goldener Adler" war der Saal voll besetzt. Zumeist mit Frauen, die Männerquote war mager.

Mit der Programmgestaltung hatte der "Kiebitz" zwei Formationen beauftragt, die sich der Sache "Internationaler Frauentag" im Allgemeinen und dessen 100. Geburtstag im Besonderen annahmen. Und da man sich auch in den eingestreuten Pausen im Besucherkreis viel zu sagen hatte, war der mehrstündige Abend in der Summe rundum gelungen.

Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) in Pfinztal kann eine enge Verwurzelung mit der Tradition des internationalen Frauentages nicht verleugnen. Und sie tut das auch nicht. In großer Fleißarbeit hat das Quintett mit Sonja Holatka (Moderatorin), und Dagmar Elsenbusch, Angelika Konstandin, Ellen Weisbecker und Ursula Zobel sich der 100-jährigen Geschichte in Form einer Zeitreise angenommen. Dazu wurden Szenen, mit Originalzitaten, aus verschiedenen Epochen gespielt.

Wenig bis nichts sagten den Gästen die Namen Käte Dunker und Clara Zetkin. Die südwestdeutschen Sozialdemokratinnen waren die wichtigsten Befürworterinnen, die 1910 in Kopenhagen den internationalen Frauentag als Kampftag für das Wahlrecht der Frauen und andere Reformen initiiert haben. "Brot und Rosen" wurden zum Sinnbild der internationalen Frauenbewegung.

Beispielhafte Geschehnisse, in kleiner Kulisse mit nostalgischem Radio, mechanischer Schreibmaschine und Bügelbrett, begannen in den zwanziger Jahren, spiegelten die Vor- und Nachkriegszeit, die goldenen fünfziger und sechziger Jahre sowie die Endphase des 20. Jahrhunderts wider und endeten im "Hier und Heute". Fazit: "Wir, die Frauen, haben allen Grund zum Feiern." Das sollte auch das hoch gehaltene Plakat "We can do it!" verdeutlichen und das an jeden überreichte Geschenk Brot und Rose zum Ausdruck bringen.
Bezug zum Frauentag im 21. Jahrhundert nahm der "Mannheimer Kulturknall" mit seiner satirischen Eigenkomposition "Herz sticht". Ort des Geschehens das Cafè Herz, in diesem Fall in Pfinztal. In den Hauptrollen Bea (Madeleine Sauveur), Alex (Volker Heymann) und ein Klavier spielender Ober (Clemens Kitchen). Näher kommen sich dabei im Gespräch die "attraktive, große, starke Maus, die die Zähne zeigen kann " und der "offene Dichter, der nicht auf der Suche nach einer Beziehung ist." Dabei entwickeln sich verblüffende Sprachspielereien, originelle Songs und witzige Dialoge. "Herz sticht" macht möglich, dass die Sprache in neue Klang- und Sinndimensionen vorstößt. Die Geburtstagsgesellschaft war hingerissen.

(Text: Emil Ehrler)

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29.01.2011: 3. Pfinztaler Open Stage



Beitrag: Bauchtanzgruppe Nur El Nahar von Gerlinde Dietze


Beitrag: Laura Wendel


Beitrag: Katrin Beddig [Website]





Beitrag: Blue Boy Bernie [Website]


Beitrag: Siegfried Bobby Kwiek


Beitrag: Sven Köcher [Website]



Beitrag: Alex Entzminger [Website]



Beitrag: Trommelgruppe Kena Ketady



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