Rückblick 2008

20.12.2008"Gnitz" oder  das kleine badische Mundartkabarett
05.11.2008Märchenstunde Rumpelstilzchen
25.08.2008Malnachmittag im Rahmen des Ferienprogramms
19.07.2008Geomantische Wanderung: Kreislauf des Lebens
06.07.2008"Irre alte Welt" - eine Komödie von James Saunders
19.04.2008Die Frauen des William Count
19.04.2008Waldenser – Ende einer Odysee
04.04.2008Drei Chinesen mit dem Kontrabass
08.03.2008Frauentag Nacht Café
17.02.2008Die schöne Müllerin
02.02.2008Verabschiedung von der Künstlerin Marie-Hélène Hettler-Desrue

20.12.2008: "Gnitz" oder  das kleine badische Mundartkabarett


(Foto: Ehrler)

"Gnitz" oder  das kleine badische Mundartkabarett

Seinen Lokaltermin in Berghausen hat die regionale Mundartgröße Thomas Heitlinger genutzt, um das, was er zu sagen hat, hören zu lassen. Mit von der Partie war-Volker Schäfer, dem der Ruf als vielseitiger Fingerstyle-Gitarrist vorauseilt. Ihre Fertigkeiten und Talente wurden im Selmnitz-Saal vom Pfinztaler Kulturtreff Kiebitz präsentiert. Heitlinger ist Hobbyschreiber, stammt aus Rohrbach bei Eppingen, lebt aber inzwischen in Blankenloch. Seine Schöpfungen sind mal kürzer, mal länger, manchmal sogar ultrakurz. Dem „Liebesgeflüster“ schiebt er den ländlich geprägten Ausspruch „Liebe vergeht, Hektar besteht“ hinterher. „Heut ist Samstag“ lautet die Fortsetzung von „Unser Gärtle“.

Irgendwann im Laufe des Abends bringt der Mundartkabarettist Thomas Heitlinger den Ort Berghausen ins Spiel. Der ist ihm unvergessen wegen der morgendlichen wie abendlichen Staugarantie auf den beiden Bundesstraßen. In seinen Geschichten werden Gegebenheiten behandelt, die jetzt und überall stattfinden könnten. Es geht um den Menschen als Gewohnheitstier, aber auch der Blickwinkel "So ändert sich das Leben" kommt nicht zu kurz. Bei dem Gedicht "Sonderangebot" darf der mutige Zuhörer Heinz mitmischen und einen Satz daraus vorlesen, in Mundart! Das gelingt tatsächlich auf Anhieb, warum dann nicht allen das Wort erteilen? "Karriere" heißt der Reim; "Hat er gehabt" lautete der vom Publikum an passender Stelle eingeforderte Kurzsatz. Auch das passt, wie die unzähligen spontanen Lacher und der anhaltende Applaus hinterher zeigen. Den heimst sehr üppig auch Gitarrist Volker Schäfer für den Vortrag eigener Arrangements ein: ob Flamenco, Pop, lateinamerikanische Rhythmen oder die speziell Thomas Heitlinger gewidmete "Toccata für einen wilden alten Mann". Die geballte Mundartoffensive erhält damit wohlklingende schöpferische Pausen. Bislang habe er vier Bücher geschrieben, verrät Thomas Heitlinger, ein fünftes wird es wohl auch irgendwann geben, denn viele Beobachtungen haben sich wieder angesammelt.

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05.11.2008: Märchenstunde Rumpelstilzchen





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25.08.2008: Malnachmittag im Rahmen des Ferienprogramms



Malnachmittag im Rahmen des Ferienprogramms

Ein Bild entsteht – Malen im Atelier: so lautete das Motto des Nachmittags, zu dem der Kulturtreff Kiebitz im Rahmen des Ferienprogramms die 8-12 jährigen Kinder und Jugendlichen einlud. Vor allem Mädchen fühlten sich von diesem Thema angesprochen. Der Kurs war mit 9 Teil-nehmerInnen voll belegt. Mit der Bahn ging es erst mal nach Durlach, wo Marie-Helene H.-Desrue, die den Kurs leitete, im letzten Jahr eine Malschule eröffnet hat.

Im Atelier, umgeben von Bildern und vielerlei Malutensilien, konnten sich die Kinder und Jugendlichen Motive aus Kunstbüchern als Malvorlage aussuchen. Mit Eifer ging es nun daran, die Lieblingsbilder auf die Leinwand zu bringen. Gemalt wurde an Staffeleien mit Pinsel und Pigmentfarben. Die Resultate, die nun im Laufe der nächsten drei Stunden entstanden, können sich sehen lassen: farbenfrohe Landschaften mit südlichem Flair, die an Sommerurlaub erinnern, ein Portrait (Mädchen mit Hut), ein Adler vor dem Hintergrund eines Gebirges und zur Erfrischung ein Pinguin im Schnee. Als schöne Erinnerung an diesen kreativen Nachmittag durften alle ihr Kunstwerk mit nach Hause nehmen.

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19.07.2008: Geomantische Wanderung: Kreislauf des Lebens

Geomantische Wanderung: Kreislauf des Lebens

Hinter Mühlacker windet sich die Enz in drei großen Bögen. Die zweite geomantische Wanderung dieses Jahres führte uns in den mittleren Bogen, die Enzschleife bei Mühlhausen. 26 Leute folgten der Einladung von Alfonso Becker. Beim Sportplatz Mühlhausen begann ein harmonischer Samstagmittag, zum einen wegen des landschaftlich reizvollen Rundweges, zum anderen wegen des Bilderbuchwetters: kühler Sommertag mit Fernsicht, Dauerwind und weißen Wolken. Alfonso Becker machte uns flussabwärts empfindsam für das Fühlen des Wassers und erläuterte, dass man sich da wohl fühle, wo es einen harmonischen Ausgleich gibt. Dies war hier gegeben, weil der Fluss als Yin rechts von uns lag und das Yang, der von der Sonne aufgeheizte Berg, links von uns. An diesen Hängen befinden sich Weinterrassen, längs durchzogen von drei Wegen, einem oberen, mittleren und unteren, auf dem wir gingen, und der Teil eines langen Radweges von Wildbad an den Neckar ist. Die Terrassen wurden in mühevoller Arbeit aus Muschelkalk ohne Mörtel errichtet, zwischen den Reben stehen vereinzelt kleine Häuschen, aus dem gleichen Stein, dann und wann lange Treppen, die dort Staffeln genannt werden. Alles sehr imposant. Alfonso Becker wies darauf hin, dass es immer Hinweise in der Landschaft gibt, was wo passiert (sich fühlig machen). Beispielsweise deutet Holunder immer auf Wasser bzw. Feuchtigkeit hin. Auch wenn die Natur keine Störstellen kennt, so kann es doch wachstumsfeindliche Impulse geben, erdgebundene Störungen, die Hunde zum Beispiel nie mögen, Katzen oder Bienen aber speziell lieben. Gegen Ende der Tour gruppierten wir uns auf einer Anhöhe um die zwei dortigen Tische und genossen bei Brezel, Bier und Wein den Blick Richtung Vaihingen. Das Leben hört nie auf, sinnierte Alfonso Becker, und unser Aufenthalt auf der Erde ist ein Volltreffer. Solche Gedanken kommen einem gläubigen Philosophen, während er auf eine der schönsten Land-schaften Baden-Württembergs blickt, auf Wiesen, Äcker, Wald und Reben.

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06.07.2008: "Irre alte Welt" - eine Komödie von James Saunders

"Irre alte Welt" - eine Komödie von James Saunders

Durchaus denkbar, wenn Ende des 21. Jahrhunderts ein Lied mit „Eine irre alte Welt“ beginnt, den Rest aber niemand kennt. Sicherlich sind damit die Tage der Jetzt-Zeit gemeint, mit „Männerkriegen“, Unterdrückung und vielfältigen Konflikten. Das alles scheint Vergangenheit, zumindest bei dieser unwahrscheinlichen Geschichte. In der Kulturkneipe „Zum Goldenen Adler“ in Berghausen serviert die Theatergruppe der Volkshochschule Karlsruhe „Irre alte Welt“ von James Saunders. Als chauvinistische Männerkomödie bezeichnet wird das Gastspiel, bei dem der Pfinztaler Kulturtreff Kiebitz die Rolle des Gastgebers inne hat.

Das Bühnenbild zeigt Eindrücke einer paradiesischen Insel. Sieben „Schwestern“ haben hier ihr Zuhause, führen ein beneidenswertes Leben, erfahren Glück als Wirklichkeit. Immer wieder gibt die Erzählerin (Uschi Weber) eine Situationsbeschreibung. Und dann, so entsteht jedenfalls der Eindruck, als gäbe es keine Rettung vor der Vergangenheit, liegen, an den Strand gespült, zwei fremde Wesen.

Bei dem Frauenseptett Caroline (Stefanie Graßhoff), Lorna (Anna Wolf), Sheila (Gabi Kleiber), Helena (Barbara Schiffmacher), Hera (Christina Fletschinger), Jo (Karin Schaefer-Hoetzel) und Kim (Inga Interthal), löst das einen Mythos und alte Märchen aus. Ein kontroverser Austausch von Meinungen kommt in Gang. Für die Älteren ist klar: diese Geschöpfe muss man schnell beiseite schaffen. Die Jüngeren dagegen sehen in David (Markus Ingo May) und Tony (Tobias Lamp) die Chance neue Erfahrungen zu machen. Allen sieben gemein ist, dass ihr Wissen von Männern aus dritter und vierter Hand rührt. Fakt aber ist, das lässt man das Publikum auch spüren, in der seitherigen Gewohnheit der Selbstgenügsamkeit als Insulanerin ist die neue Situation eine Offenbarung des Himmels. Eine Kontaktaufnahme berührt frau jedenfalls nicht unangenehm. Immer wenn auf dem Eiland der Wind in den Wipfeln seine Melodie anstimmt wird damit auch „Alles wird sich wiederholen“ im Innern der Personen ausgelöst. Jenseits des Traumes und dieser Komödie driftet die Handlung dann ins Spektrum einer wirklichen Welt. Eben „eine irre alte Welt“, obwohl man den Rest des alten Liedes immer noch nicht kennt. Von den Besuchern ist das Paket aus ewigem Reiz und ewiger Spannung zwischen den Geschlechtern, das die VHS-Theatergruppe so eindrücklich und gekonnt zum Besten gab mit Offenheit und Freude angenommen worden. Viel Applaus jedenfalls und mehrere Vorhänge brachten das zum Ausdruck.

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19.04.2008: Die Frauen des William Count

Die Frauen des William Count

In der chronologischen Reihenfolge heißen sie mit Vornamen Anna, Beatrice, Celia und Dunja. Sie alle waren, bzw. die Letztgenante ist es gerade „Die Frauen des William Count“ eines berühmt und reich gewordenen Malers. Nichts ahnend von den anderen sind sie Einladungen auf des Künstlers Landsitz gefolgt. Dessen 60. Geburtstag ist der Grund dazu. Zur gemeinsamen Feier kommt es aber nicht. Stattdessen gibt der Stoff den Rahmen zu einem Kriminalstück. Einem allemal sehr unterhaltsamen und spannenden zugleich, mit dem die junge Theatergruppe „Die Exen“ ihren Einstand gab. Zuvor bereits zwei Mal in ihrer Heimatstadt Karlsruhe aufgeführt nun das Gastspiel in der Kulturkneipe „Goldener Adler“ in Berghausen. Der Pfinztaler Kulturtreff Kiebitz als Veranstalter er wagte sich damit zugleich auf Neuland. Seinem bisherigen und vieljährigen Angebot von ansprechender Theaterunterhaltung der unterschiedlichsten Art fehlte nämlich bislang noch der Krimi. Auf offener Bühne setzte man den in drei Akten in der Regie von Dorothea Hermanni in Szene. Mit einem Ende, das doch manchen Besucher in seiner selbstgestrickten Falllösung überraschte. Denn auch dieses Kriminalstück lebt von Mord, genauer gesagt von deren zwei. Mit dem in schwarz-weiß gehaltenen Design des Bühnenbildes (von Stefan Falk-Jordan und Manuela Senf) soll die Verbindung zu klassischen Kriminalstücken aus der Ära des Schwarz-Weiss-Films hergestellt werden. Ein großer Raum, das Wohnzimmer, gerät dabei zur Drehscheibe allen Geschehens. Hier finden sich Anna (Karin Schäfer-Hötzel), Beatrice (Ulrike Holtzhausen), Celia (Annika Thiede) und Dunja (Anne Piperkas), samt Peter Frandan (Stefan Falk-Jordan) ein. Der junge Mann er ist der Manager, Sekretär und Mädchen für alles bei William Count seit der Ehe mit Celia. Er ist aber auch, wie sich alsbald herausstellt, der Sohn des Hauses aus der ersten Ehe mit Anna. Dadurch dass Geburtstagskind William,  „Wo bleibt William ?“, nicht auftaucht und auch zu keiner Sekunde im ganzen Stück zu sehen ist,  gibt es ausreichend Zeit im FrauenQuartett ihre Beziehungen untereinander und zu William zu klären. Auch Peter Frandan bleibt dabei nicht aussen vor. Stück für Stück werden so Dinge ans Tageslicht gezogen, von denen jede wohl eher gehofft hätte, dass diese im Verborgenen blieben. Es entstehen eigenartige Situationen und der zunächst makabre Scherz „William ist tot!“ gibt die Gewissheit „Unter uns ist der Mörder“. Auch gibt es anscheinend keine Verbindung nach draußen, der Fall muß im kleinen Kreis geklärt werden. Da auf der Einladung Überraschungen versprochen waren, zwischenzeitlich ein ominöses Tonband verschwand, am Ende des zweiten Aktes im Verlauf einer plötzlichen Lichtstörung durch einen Schuß auch Celia ermordet wurde und William am Tag seines Todes sein Testament schrieb geht das Puzzlespiel in seine letzte Runde. Jeder will nun jedem die geplanten, jedoch sinnlosen Morde in die Schuhe schieben.. Plötzlich aber hat das Versteck spielen ein Ende, Dunja zieht den Revolver. Das grauen Entchen gerade 22 Jahre alt und Ehefrau Nummer vier sie hat ihre Gier auf Geld und Luxus zum Äußersten getrieben. Bis, die Polizei kündigt sich  mit Autosignalen an, erneut das Licht Aussetzer hat und wieder ein Schuß die Stille zerreißt.

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19.04.2008: Waldenser – Ende einer Odysee

Waldenser – Ende einer Odysee

Unter diesem Thema fand die im Herbst begonnene Reihe "Waldenser und Mönche" ihre Fortsetzung. Unsere Exkursion am 19.4.unter der Leitung von Alfonso Becker begann mit dem Besuch des Henri Arnaud Museums in Ötisheim-Schönenberg. Dieses Gebäude wurde von dem Waldenserpfarrer Henri Arnaud  1702 errichtet und von der deutschen Waldenservereinigung 1936 erworben. Sie richtete ein Museum, eine Bibliothek und ihre Geschäftsstelle darin ein. Die Geschichte der Waldenser im Grenzgebiet zwischen Italien und Frankreich begann bereits im 12.Jh. In Unterscheidung zur kath. Amtskirche befürwortete diese religiöse Bewegung das Laienpredigertum, akzeptierte nur die Bibel als Autorität und lehnte jede Gewaltanwendung ab. Seit 1184 wurden sie von der Kirche als Ketzer verfolgt. Viele wanderten in die Provence aus. 1532 schlossen sich die Waldenser der Reformation an und gründeten eine reformierte Kirche. Auch im 16. und 17.Jh wurden sie verfolgt. Ihre wechselvolle Geschichte in den französischen und italienischen Grenzgebieten ist geprägt von Flucht, Rückkehr und Ausweisung. Schließlich fanden viele Vertriebene französischer Herkunft Aufnahme in Deutschland, vor allem in Hessen und Württemberg. Im Laufe des 19.Jhs wurden die Waldenser in Deutschland in die evang. Landeskirche integriert und verloren nach und nach ihre religiösen und kulturellen Traditionen. Die italiensche Waldenserkirche mit ca. 21000 Mitgliedern  hingegen bewahrte ihre Traditionen und gründete Gemeinden in ganz Italien.

Im Anschluß an den Museumsbesuch führte unsere Wanderung in das nahe gelegene Umland mit wunderschönem Fernblick ins Enzgäu, das sich von Pforzheim über Vaihingen bis nach Bietigheim-Bissingen erstreckt. Der sanfte wellenförmige Charakter dieser Landschaft wird aus geomantischer Sicht als Wasserlandschaft bezeichnet. Unsere nächste Wanderung am Samstag, den 19.Juli führt uns ins Enzgäu entlang der Enz und gehört, so Alfonso Becker, zu den schönsten Wanderungen in unserer nahen Umgebung. Alle, die diese schöne Landschaft geniessen und dabei auch noch Interessantes erfahren möchten, sind heute schon herzlich zu dieser Exkursion eingeladen.

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04.04.2008: Drei Chinesen mit dem Kontrabass

Wer kennt nicht bei alt und jung den Kinderlied-Klassiker „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“? Niemand, oder zumindest nur wenige nicht. Aber auch die, sofern sie dem Angebot des Pfinztaler Kulturteff Kiebitz gefolgt waren, sind nun sprichwörtlich im Bilde. Das besorgte auf seine spezielle Art Raphael Mürle, der aus dem großen Koffer heraus mit Bauklötzchen das ganze Spiel in Szene setzte. Dabei prägte der diplomierte Figurenspieler mit seiner Stimme das aktionsreiche Geschehen. Hinzu kamen immer wieder melodische Einspielungen, natürlich mit der stetig wiederkehrenden Melodie von „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“.
Unten sitzen die Kinder, dazu Eltern und Großeltern. Auf der Bühne im Licht der Schweinwerfer und hinter einem Tisch, auf dem sich alles abspielen wird, hat Raphael Mürle Platz genommen. Vor zwei Jahren hat er dieses  45 minütige Spiel für Kinder ab vier Jahren in sein Programm genommen. Zusammen mit der Regieseurin Jutta Schubert hat er es erarbeitet und zusammengestellt. Mürle der mit seinem eigenen Figurentheater im nunmehr 21. Jahr 120 Vorstellungen das Jahr über gibt ist damit schon weit gereist. In der Bundesrepublik sowieso und zuletzt war er sogar in Bozen/Südtirol mit den drei Chinesen und natürlich dem ebenfalls eine gewichtige Rolle spielenden Oberwachtmeister Franz Knobel im Koffer. Wie man weiß kann das Liedchen gleichlautend in allen Vokalen gesungen werden. Also erzählt nun Mürle „diese markwardaga Geschechte mit den vielen Frigin in vorschodonon Vursiunun“ seinen Zuhörern. Alle spitzen ihre Ohren, auch Henry, sowie die Geschwister David und Maya. Sie kennen von Zuhause oder aus dem Kindergarten das Lied und freuen sich auf das was nun kommt. Das erste auf der Tischdecke auftauchende Bauklötzchen ist ein Würfel. Viele weitere folgen. Auch die Hauptfiguren sind welche, nur haben sie markante Köpfe. Die Personenbeschreibung der drei Chinesen „ein langer Dürrer, ein kleiner Dicker und einer der nicht zu übersehen ist“ sie wird auf diese Weise dem Polizisten Knobel mitgeteilt. Nicht zu vergessen einen Kontrabass  der mitten auf der Straße steht. Was sie wollen das muß Knobel herausfinden. Nicht einfach, denn ihre Sprache versteht kein Mensch. Bis und so kommen die Reime mit den Quintett der Vokale zustande.  Da schwirrt bisweilen ein Hubschrauber, man sieht einen chinesischen Wegweiser, einen Kontrabass Schwertransporter, ja sogar einen Fernsehturm und „Hasso“ den Hund der ebenfalls die drei Chinesen aufspüren soll. Eine Suche jagd die andere, die Kleinen verfolgen interessiert das Ganze und geben auch spontan ihre Vorgehensweisen zum Besten. Am Ende, die drei Chinesen gehen nun mit dem Schiff und samt Kontrabass auf Weltreise, fordert Raphael Mürle die Jungen und Mädchen dazu auf sich eigene Geschichten zum Thema „Drei Chinesen...“  auszudenken und ihm beim nächsten Mal wenn er wieder in die Kulturkneipe „Goldener Adler“ kommt diese dann zu erzählen.


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08.03.2008: Frauentag Nacht Café


(Foto: Ehrler)


(Foto: Ehrler)

Das Pfinztaler Frauentag Nachtcafè hat längst den besten Ruf
Programmgestaltung mit dem heimischen ASF-Sextett saß

Der internationale Weltfrauentag ist eine Sache, steht für die Rechte der Frauen und wird seit nunmehr 97 Jahren begangen. Das Parallelprogramm dazu, zumindest in der Gemeinde Pfinztal, es heißt „Frauentag Nachtcafé“. Über ein Dutzend Mal hat es bislang der Kulturtreff Kiebitz Pfinztal initiiert und organisiert. Ein weiterer Event dieser Art ist heuer dazugekommen. Programm und Inhalt der Kiebitz-Version sind auf ihre Weise nicht minder wichtig. Das Frauentag Nachtcafè es orientiert sich nämlich gleichfalls an aktuellen Frauenthemen. Einzig die Ernsthaftigkeit die allemal gegeben ist, sie bekommt dabei jedoch eine spielerische Variante, ist kabarettistisch stark angehaucht. Im Selmnitzsaal jedenfalls kamen auf diese Weise nicht nur Frauen, sondern vereinzelt auch Männer in den Genuß eines sehr unterhaltsamen Abends unter dem Motto „Das Leben ist kein Wunschkonzert“.

Eine Stunde haben „Die 3 Tenösen“, samt dem Mann am Klavier Zeit um ihr Programm „Alles für die Firma“ ausschließlich mit ihrem vollendeten Dreiklang von Stimme, Gestik und Mimik dem Publikum nahe zu bringen. Es wird zu einem stressigen Ritt zwischen Aktenkoffer und Tupperwarenzauber für die drei Kolleginnen. Sie legen dabei ihre Freuden und Leiden der modernen Arbeitswelt ebenso offen, wie von den alten Wünschen die da Liebe und Glück heißen. Erzählt wird dies in einem Liedermix bekannter Interpreten jedoch in individuell zugeschnittenen Versionen. Was dabei Bettina Renaud, Birgit Thomas und Frauke Zimmermann, dazu Pianist Martin Gamlich zum Besten geben hat es in sich und bekam viel Beifall mitunter auch herzhafte Lacher. Hohe Musikalität dazu feine Komik lassen schließlich die zugespitzten Figuren zu der Erkenntnis kommen, dass man nicht immer das bekommt was man sich wünscht, dafür aber reichlich.

In exakt 40 Minuten arbeitet das Sextett vom Arbeitskreis sozialdemokratischer Frauen Pfinztal ihr 33 seitiges Manuskript ab, das die Überschrift „Das Eva-Prinzip“ trägt. Seit Jahren und das betont Petra Löffel-Meijer vom Kulturtreff Kiebitz mit Respekt und Hochachtung beteiligen sich die ASF-Frauen beim Frauentag Nachtcafè in ihrer Gemeinde. Mit jeweils großem Erfolg, wie auch dieses Mal wiederholter Szenenapplaus deutlich macht. Als Special Highlight angekündigt widmet man sich in Form einer kabettistischen Lesung der Anti-Feminstin vom Dienst Eva Hairman. Die hatte vor eineinhalb Jahren ihr Erstlingswerk „Das Eva-Prinzip“ vorgestellt und dafür zugleich Hohn, Spott und Häme, aber auch Anerkennung und Dank erhalten. Zum Wortgefecht des Für und Wider war die zwischen Fernsehen und Büchern zerissene Karrierefrau (in ihre blonde Rolle schlüpfte Silke Pfaff) eigens hierher gekommen. Was sie als Antworten auf vorgelesene Passagen ihres Buches von Dagmar Elsenbusch, Sonja Holatka, Angelika und Sina Konstantin, sowie Ursula Zobel erhielt es glich einem Frontalangriff pro Frauenrechte. Stets begannen die Dementis mit „Aber Frau Hairman ...“ und ließen hören, das was sie schreibt sind nur die Probleme einer kleinen Minderheit. Oder wie man u.a. die Kämpferin Alice Schwarzer zitierte „Frauen haben sich schon viel dummes Zeug über ihresgleichen anhören müssen“. Tenor der Fünf vom ASF „Eva Hairman hat ihre fristlose Kündigung vom Sender verdient“. Verbunden mit der Hoffnung „Jetzt wird sie gewiß ganz glücklich Hausfrau und Mutter“.

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17.02.2008: Die schöne Müllerin

Die schöne Müllerin

Den schönen Künsten zu einer wirklich rundum gelungenen Intonation verholfen haben in Berghausen gemeinsam der Pianist Thomas Hans und der Tenor Johannes Eidloth. Der Pfälzer und der Franke haben sich dabei den Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ von Franz Schubert nach Gedichten von Wilhelm Müller vorgenommen. Eine bekannt anspruchsvolle Sache aus der frühen Romantik. Im akustisch dafür bestens prädestinierten katholischen Gemeindezentrum kamen die Zuhörer dabei in den Genuß einer Liebesgeschichte. Die jedoch nicht für alle darin mitwirkenden Personen mit einem guten Schluß endete. Eine Besonderheit war auch die Konstellation dieses Konzertabends. Den hatten erstmals gemeinsam der Orgel-verein Christkönig und der Pfinztaler Kulturtreff Kiebitz initiiert. Eine weitere tragende Rolle spielte dabei auch der über 100 jährige Flügel. Der hat im katholischen Gemeindehaus eine zweckdienliche Bleibe ge-funden, gehört  aber  Thomas Nierlin dem Dirigenten des evangelischen Kirchenchores. Somit war ein ört-liches Teamwork der Garant, um die Voraussetzungen für ein solches Schmankerl zu schaffen. Johannes Eidloth und Thomas Hans sind ein bewährtes Duo. Der Tenor gehört nunmehr im 15. Jahr zum Ensemble des Badischen Staatstheaters in Karlsruhe. Im Pfinztaldorf ist er ebenfalls kein Unbekannter, hat schon wiederholt Soloparts bei Konzerten des evangelischen Kirchenchor wahrgenommen. Thomas Hans dagegen macht seinen Erstauftritt an der Pfinz und er ist, so seine ersten Eindrücke, von der Klangwiedergabe des Raumes, wie auch vom vorhandenen Alt-Flügel und dessen schönem Klang sehr angetan.Die Voraussetzungen sind gut, die Besucher erwartungsvoll und die einleitenden Worte von Petra Löffel-Meijer nähren diese Haltung. Der Liederzyklus voin Schubert er leitet die Epoche der Romantik ein. Seine Texte sind in den Worten der damaligen Zeit gehalten, aber auch knapp 200 Jahre später sehr gut verständlich und begreifbar. „Das Wan-dern ist des Müllers Lust“, so beginnt es. „Ich hört ein Bächlein rauschen“, sagt der auf Wanderschaft sich befindende Müllergeselle. „Halt !“, ist die dritte Weise überschrieben, denn im lieben Bächlein hat er eine Mühle blinken gesehen.  Die Geschichte nimmt ihren Lauf. Es sind fortlaufend bekannte Melodien  wie „Dein ist mein Herz und soll es ewig bleiben“, „Guten Morgen schöne Müllerstochter“, „Du blondes Köpfchen komm hervor“ und „Die Liebe teilt uns Sorgen“  die zugleich dem wandernden Müllergesellen zugleich große Hoffnungen machen. Johannes Eidloth mit kräftiger Stimme, dazu der jeweiligen Situation anpassend am Flügel von Thomas Hans gekonnt begleitet, sie lassen das längst vergangene Geschehen doch so lebendig und plastisch werden. Dann taucht ein Jäger auf „Mit dem grünen Lautenbande“. Eifersucht und Stolz kommen nun ins Spiel. Das Ende gibt dem Müller sprichwörtlich das Nachsehen. Zunächst noch singt er sozusagen im Duett mit dem Bach „Wo ein treues Herz in Liebe vergeht“. Finale dann im Zyklus der 20 Lieder „Des Baches Wiegenlied“ als ergreifendes Totenlied auf den Müller. Groß der Applaus was die beiden Künstler zu der Zugabe „Nacht und Träume“ ebenfalls von Franz Schubert veranlasst.

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02.02.2008: Verabschiedung von der Künstlerin Marie-Hélène Hettler-Desrue

Verabschiedung von der Künstlerin Marie-Hélène Hettler-Desrue

Die Kiebitze besuchten die Künstlerin in ihrem neuen Atelier in Durlach und überreichten ihr die Kiebitz-Feder als Dankeschön für ihr langjähriges Engagement für den Verein. Etliche Jahre bereicherte sie die Kinder-AG mit dem Angebot ihrer zahlreichen Malkurse für Kinder. Mit Humor und ihrer ansteckenden Energie zog sie die Kinder und Jugendlichen in den Bann der Malerei. Marie-Hélène verstand es wunderbar, die interessierten Jungmalerinnen und Jungmaler für die verschienenen Techniken, Farben und Formen zu begeistern, ohne deren eigene Phantasie und Kreativität außer Acht zu lassen. Wir danken ihr für die gute Zusammenarbeit und wünschen ihr und ihrem neuen Atelier „de peinture“ in der Seboldstr. 1 viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft.

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